Geschichte der Metallwarenfabrik Kürbi & Niggeloh

Das Unternehmen BILORA wurde im Jahre 1909 von Wilhelm Kürbi und Carl Niggeloh gegründet. Zum Namen BILORA kam man erst 1919. "BI" steht für die letzten Buchstaben im Namen Kürbi, "LO" für zwei Buchstaben im Namen Niggeloh und "RA" steht für Radevormwald.
Die erste BILORA-Box kam 1935 auf den Markt. Im Jahre 1936 brachte BILORA dann die Stop-Box auf den Markt, diese Kamera hatte eine Doppelbelichtungssperre. Im gleichen Jahr begann BILORA für Voigtländer Boxen zu bauen, die unter dem Namen Voigtländer verkauft wurden.
Nach dem 2. Weltkrieg kam Weihnachten 1949 die BILORA Boy auf den Markt. Das neue an ihr war das sehr schön designte Kunststoffgehäuse mit dem von Hand aufgemaltem weißen Ring um das Objektiv. Die Boy löste schnell eine Begeisterungswelle aus und wurde zum Verkaufsschlager. Der große Erfolg, den BILORA mit der Boy hierzulande hatte, wurde auch in Amerika registriert und schon bald hatte man den ersten Großauftrag: 250.000 Boy-Boxen sollten produziert werden. In Amerika wurden Sie dann als Tower-Box verkauft. 1951 brachte BILORA die erste Bonita-Box 66 heraus. Sie war eigentlich ein Zwitter. Einerseits war sie eine zweiäugige Kamera, andererseits steckte in ihr die Technik einer Boxkamera. Im Jahre 1956 konnte ein großes Jubiläum gefeiert werden: die 1.000.000ste 6 x 9-Box lief vom Band. Die BILORA Boy wurde 1957 noch einmal aufgewertet. Sie erhielt einen großen Sucher und einen Blitzanschluss und hieß ab sofort Blitz-Boy oder Luxus-Boy. Für das belgische Unternehmen Gevaert produzierte man 1960 die Geva 66. Dies war das letzte Boxmodell, das das Unternehmen BILORA herstellte.

Die Geschichte begann, wie gesagt, mit der Gründung der Metallwarenfabrik Kürbi & Niggeloh am 1.Februar 1909 in Barmen-Rittershausen. Damals wurden neben den gerade erst entwickelten Stativen auch eine Reihe von Gebrauchsgütern hergestellt, wie z.Bsp.: Notenständer, ausziehbare Pendellampen, Hut- und Postkartenständer. Im November 1911 erhielten die beiden Firmengründer, Wilhelm Kürbi & Carl Niggeloh, die Baugenehmigung für ein Fabrikgebäude in Radevormwald. Fortan wurde auf insgesamt 1200 m² produziert, entwickelt und verwaltet. Nach der Gründung des Unternehmens im Jahre 1909 war das Unternehmen bestrebt weitere Standbeine in der Produktion für das Überleben der Firma aufzubauen Deshalb gehörten neben Röhrenstativen auch folgende Produkte zu den damaligen Umsatzträgern dazu :

Pendelleuchten als Artikel für die moderne Wohnungsgestaltung gehörten in manigfaltiger Ausführung zu den meistverkauften Produkten.
 
   
Für die damals moderne Form der Ablageverwaltung wurden Ablegemappen und Buchverschlüsse angeboten, die allesamt von Carl Niggeloh kreirt waren.
Eine Haarschneidemaschine für das Friseurhandwerk gehörte ebenfalls zum Fertigungsprogramm...
   
   
...wie Lichtschalter, die damals vom Elektrohandwerk stark gefragt wurden.
Auch für die aufstrebende, damalige Fahrradindustrie war man tätig und fertigte hochwertige Radnaben.
Im Laufe der Jahre wurden viele gute Ideen im Stativbau verwirklicht und sogar eine bedeutende Kameraproduktion aufgebaut. Am 26. Juli 1961 wurde die erste Kunststoffspritzmaschine angeschafft, denn man hatte erkannt, dass Kunststoffe in der Zukunft eine immer größere Rolle spielen würden. Da nach weiterem Ausbau der Kunststoffverarbeitung das bisherige Fabrikgebäude wieder zu klein wurde, schuf man bis Januar 1978 ein zweites Werk im Gewerbegebiet des Ortes. Auf 12.000 m² sind dort bis heute Lager und Fertigung untergebracht und die Produktion läuft auf modernsten Maschinen fast rund um die Uhr.  Kameras aus Radevormwald gab es seit 1935. Beginnend mit der ersten BILORA BOX über verschiedene Weiterentwicklungen und Verbesserungen, sowie der Verwendung verschiedener Filmformate, bis hin zur BILOMATIC Linie, der 1975 die Einstellung der Kameraproduktion folgte. Immerhin wurden von der BILORA STANDARD BOX in 21 Jahren 1 Million Kameras gebaut. Für die damalige Zeit schon ein sehr beachtlicher Erfolg. Hier zeigen wir Ihnen einige der damals in Radevormwald gebauten Kameras :
       
Bilora Box
Radix
Boy
Bonita 66
ab 1935
ab 1949
ab 1950
ab 1951
Bella 4x6,5
Micro Box
Bonita Box
Bella 66
ab 1953
ab 1953
ab 1955
ab 1956
       
 
Bellaluxa 4x4
Bellina
Bilomatic CA
 
ab 1962
ab 1962
ab 1966
 
Kürbi & Niggeloh fertigte ab etwa 1935 auch Kameras und Zubehör für namhafte internationale Firmen. Hier sehen Sie einige der wichtigsten Auftragsarbeiten aus dieser Zeit :
Ein überzeugender Beweis für das Vertrauen in die Radevormwalder Metallwarenfabrik war die Voigtländer Box, die von 1935 bis 1939 für das Braunschweiger Großunternehmen gefertigt wurde.
Um 1955 baute man auch für die belgische Firma Gevaert, die sich später mit Agfa zusammentat:
1. die Gevabox II
und um das Jahr 1960 2. die Geva 66
   
Von 1964 bis 1968 wurden auch für die Firma Zeiss Ikon zwei Kameras in Radevormwald gefertigt.
1. die Ikomatic F
und 2. die Ikomatic A

Etwa im Jahre 1965 wurde sogar für das japanisches Unternehmen Yashica ein Modell hergestellt, die Yashic Minipak, die baugleich mit der Bilomatik X für den 126er Pakfilm vorgesehen und mit einem integrierten Blitzwürfel-Anschluss ausgerüstet war.

Die lange, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Quelle hatte in den Jahren 1966 bis 1968 auch eine Kamera, die Revuematic 350 CA hervorgebracht.
Meilensteine der Stativproduktion - Nach der Gründung des Unternehmens im Jahre 1909 war das Unternehmen bestrebt weitere Standbeine in der Produktion für das Überleben der Firma aufzubauen Deshalb gehörten neben Röhrenstativen auch folgende Produkte zu den damaligen Umsatzträgern dazu :
Im Jahre 1905 entwickelt, war es das erste Stativ mit umlegbaren Schenkeln zum wechseln vom deutschen zum internationalen Kameragewinde.
1930 auf der Leipziger Messe erstmals vorgestellt, war das Biloret damals das kleinste Stativ der Welt und wird heute noch, in modernen Varianten, geliefert.
1935 zeigte man das erste Stativ mit Profilschenkeln.
Das Modell "Rotax" von 1954 war besonders stabil und bot Möglichkeiten die Köpfe auszutauschen.
   
Eine Programmübersicht aus dem Jahre
1976 zeigt die Vielfalt, die damals schon dem
Kunden geboten wurde.

Produkt- und Firmen-Logo - Der erste Handelsvertreter, der die Produkte an die vielen, verschiedenen Fotohändler der damaligen Zeit verkaufte war OTTO TÖNNES. Noch seine Kriegsverletzungen im Lazarett in Berlin ausheilend, dachte er über einen markanten Produktnamen nach, der bei Händlern und Endverbrauchern gleichermaßen einprägsam sein sollte. Er entwickelte aus den Namen der beiden Firmengründern und dem Standort auf folgende Weise den bis heute in aller Welt bekannten Firmen und Produktnamen :

KürBI + NiggeLOh + RAdevormwald = BILORA

1919 1930 1950 Heute