"Es gibt Photogeschäfte, die glauben, sie wären nur auf der Welt, um gute, teure Kameras zu verkaufen. Sie scheuen die große Mühe, einem Kunden die vielen Geheimnisse der Photographie beizubringen, wenn nicht zu gleicher Zeit für sie eine große Einnahme in Form einer guten, teuren Kamera winkt. Photo-Porst hat es schon seit seiner Gründung immer unternommen, gerade die Anfänger, die Leute mit dem kleinen Geldbeutel, für sich zu gewinnen. Es ist ja Pflicht jedes modernen Kaufmanns, Dienst am Kunden zu pflegen, aber nicht nur auf dem Papier, sondern durch die Tat, die nicht marktschreierisch angepriesen sein will. Denn nicht jeder Mensch kann sich gleich einen wertvollen Apparat kaufen. Es gibt viele, die ihr Leben lang mit Noris-Kameras (Porst Hausmarke) auskommen..."

 


1919

Hanns Porst, Stadtschreiber in Nürnberg, gründet mit eigenen 600 Mark plus einem Darlehen einen kleinen Fotoladen. Er gibt zur Marketingunterstützung damals schon Fotokurse für seine Kunden. Da er kein Geld für Anzeigen hat, nutzt er kreativ Straßenmalereien zur Werbung.

1925
Neue Geschäftsräume mit 11 Schaufenstern am Lorenzer Platz, Beginn des Versandgeschäftes mit Teilzahlungsmöglichkeit.

1926
Erwerb des Kontor-Hauses oberer Bergauerplatz 12.

1927
Erstmals über 1 Million Umsatz.

   

1928
Erweiterungsbau am Bergauerplatz 6/8, Der Jahresumsatz steigt schon auf 2,5 Millionen.

1929
wei neue Filialen werden eröffnet, PORST hat inzwischen 200 Angestellte und ist damit Deutschlands größtes Photohaus.

1930
Eröffnung einer Filiale in Erlangen. PORST nimmt gebrauchte Kameras in Zahlung.
   

1931
as Gebäude Bergauerplatz 12 wird um zwei Stockwerke erhöht. Die 1. organisierte Kunden-Fotoreise wird angeboten und 1300 Teilnehmen gehen auf Reise. PORST führt neu ein: Marken-Kameras als günstige Hausmarken-Angebote unter dem Kameranamen HAPO (Hanns Porst)

1932
Jetzt "Der Welt größtes Photohaus". PORST veranstaltet Kunden-Foto-Wettbewerbe, es gibt Geldpreise, Urkunden und Medaillen zu gewinnen. Und er organisiert die erste Photobörse in Nürnberg für gebrauchte Kameras.

1933
Der PORST-Katalog hat schon 288 Seiten und ist zum Foto-Lehrbuch ausgebaut.
   

1935
Der "Filmhelfer" kommt neu dazu und der "Nürnberger Phototrichter" als 2-monatliche PORST-Hauszeitung.

1937
Die Photokatalog-Auflage hat über 1 Million erreicht. Der Gesamtumsatz liegt bei 4,7 Millionen Mark. Von den Hausmarken Lisette, Hapo 5 und Hapo 10 wurden in einem Jahr mehr als 5000 Stück pro Modell verkauft!

1939
PHOTO PORST hat 420 Mitarbeiter im Versandhaus Veilhofstraße, dem Hauptgeschäft Lorenzer Platz und zwei Filialen Am Plärrer und in Fürth.

1945
Der Krieg brachte das Geschäft zum Erliegen. Die Gebäude sind durch Bombenangriffe total zerstört. Hanns Porst beginnt im Trümmerkeller neu. Mit 130.000 Kundenadressen als Kapital.
   
1948
Neuer Aufschwung mit der DM. Neubauten entstehen und 339 Wohnungen für die Mitarbeiter. Der Umsatz erreicht schon wieder 1 Million DM.

1951
Zwei Busse sind inzwischen als Lehr- und Ausstellungswagen unterwegs. Der Umsatz steigt rasant auf 14,2 Mio DM.
1953
Allen 1000 PORST Mitarbeitern wird jährlich eine Prämie von 1% des Umsatzes gezahlt. Der Umsatz liegt schon bei 35 Millionen DM!

   
1960
Hanns Porst übergibt die Leitung seinem Sohn Hannsheinz Porst. Neckermann und Foto-Quelle treten als Konkurrenz auf. Der Fotohandel bietet Finanzierung und Rabatte an, wodurch das Versandgeschäft mit Festpreisen rückläufig wird. PORST baut im Gegenzug eine Ladenkette und Franchise-Partner auf.

1965
PORST organisiert erstmals Schulfotografie und baut ein Großlabor auf.
   
1969
50 Jahre PHOTO PORST. Photohelfer heißt jetzt Porst-Parade, Radios, Plattenspieler und Tonbandgeräte sind mit im Angebot.
 
   
1964 und 1969

Skandale um Hannsheinz Porstwegen Steuerhinterziehung und Landesverrat >>>>>>>>>

   

1972
PORST gründet revolutionär eine Mitarbeitergesellschaft und übergibt das Unternehmen den Mitarbeitern.

1975
Das "Königsbild" und die "Goldene Karte" als Kundenkarte werden eingeführt.


1978
Der "Fotohelfer" heißt jetzt "PORST Fotografieren und Filmen". Das PORST-Netz hat 1.200 Vertriebsstellen.

   
1979
Hannsheinz Porst zieht sich aus der begleitenden Mitarbeit im Unternehmen nun vollständig zurück und überlässt die Führung den Mitarbeitern als neue Eigentümer.

1982
Nach dem Scheitern der Mitarbeitergesellschaft steigt Hannsheinz PORST wieder in das Unternehmen ein. Interdiscount/Schweiz übernimmt die Kapital-Mehrheit, Unterhaltungselektronik wird ins Programm aufgenommen.
   
1986
Die Porst AG wird gegründet. Sie hat jetzt 2.137 Vertriebsstellen. Hannsheinz Porst ist nur noch im Aufsichtsrat tätig, scheidet später ganz aus.

1993
Drei neue Großlabors werden eingerichtet, 2154 Mitarbeiter werden beschäftigt.

1994
Jubiläum 75 Jahre PHOTO PORST. Fast 1 Milliarde Umsatz, 2.500 Mitarbeiter, 200 eigene Filialen, 2.620 Vertriebstellen.
   

1996
Die belgische Spector Foto Group übernimmt die PORST AG, nach ihr folgen jedoch noch weitere wechselnde Eigentümer.

2002
Die PHOTO PORST AG meldet Insolvenz an. Der zentralseitige Vertrieb wird eingestellt.
Die Namensrechte PORST werden von der RINGFOTO-Gruppe erworben, die Rechte für das Bildgeschäft gehen an KODAK.

HEUTE
PORST Fachgeschäfte sowie Film & Bildstellen / Depots bieten ein sehr umfangreiches Sortiment mit bester Beratung und Service an!
Die frühere Filialstruktur wurde aufgelöst, heute sind alle PORST-Geschäfte selbständige Einzelhändler im Verbund der RINGFOTO-Gruppe und profitieren von der Stärke von Europa's größtem Fotoverbund!
   
   

 

 

 

 

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