Zurück Technische Daten Abbildung groß

   

Beier Beirette I

Modell 1

Beier Kamera Werke, Freital

Die Vorkriegsbeiretten sind äußerst selten anzutreffen und haben mit den Beiretten der DDR Zeit nichts gemein. Da sie erst unmittelbar vor Kriegsbeginn (Beirette I) , bzw. erst im dritten Kriegsjahr (Beirette II) produziert wurden, sind die Stückzahlen überschaulich. Entsprechend karg sind auch die Informationen über diese Kameras. Eine der wenigen Quellen ist weiter unten aufgeführt. Da jedoch auch dort kaum Abbildungen zu finden sind, bin ich auf meiner Seite besonders üppig mit Fotos.

Es hat recht lange gedauert, bis ich eine Beirette von 1938 erstehen konnte. Und nochmals drei Jahre vergingen bis zum Kauf einer weiteren Kamera in anderer Ausführung. Da es werkseitig keine besonderen Namen zur Unterscheidung gibt, nenne ich die beiden Kameras Beirette I Modell 1 und Beirette I Modell 2. Mir scheint zwar, dass das Modell 2 das frühere ist, doch sicher bin ich mir da nicht. Auf die Unterschiede wird auf deren Seite eingegangen. Es kam übrigens 1941 noch eine Beirette II mit Messsucher heraus, deren Beschreibung sich am Ende dieser Seite findet. Ob ich allerdings jemals ein Modell dieser extrem seltenen Ausführung ergattern kann, wage ich zu bezweifeln.

Mit den Beiretten ist die Firma Beier recht spät auf den Zug gesprungen um zur Leipziger Frühjahrsmesse 1938 eine eigene Kleinbildfaltbalgenkamera vorzustellen. Die Mitbewerber wie Kodak, Balda, Welta, Certo usw. hatten längst mehrere Modelle in ihrem Programm. Ab 1941 wurde, wie bereits erwähnt, noch schnell die Messsucherkamera Beirette II herausgebracht, bevor die Firma wie fast allen anderen deutschen Unternehmen der optischen Industrie die Produktion umstellen musste. Es wurden nunmehr Bauteile für Flugzeuge und U-Boote gebaut.

Link zur Beirette I Modell 2

Beirette I Modell 1

Die Beiretten (1938) gab es in verschiedenen Ausstattungen:

Verschluss:

Deckel, München - Compur

Deckel, München - Compur-Rapid

Objektiv:

Steinheil Cassar 2,9/50

Rodenstock Trinar 2,9/50

Schneider Radionar 2,9/50

Beirette I Modell 1 Beirette I Modell 2
Die Beirette I Modell 1 jeweils links, die Beirette I Modell 2 rechts

 

Beirette II

 Ich wusste bis vor zwei, drei Jahren noch nicht einmal von der Existenz der Kriegszeit-Beirette, geschweige denn, dass ich eine gesehen oder gar besessen hätte. Zwar war mir natürlich die Firma Beier bekannt, hatte ich doch selbst einige 6x6 und spätere Modelle in meiner Sammlung, doch dass man in Freital einmal KB-Faltbalgenkameras gebaut hatte, das erfuhr ich erst durch einen Leser meiner Seiten. Ich möchte mich also gar nicht erst mit fremden Federn schmücken und gestehen, dass mein Wissen über die Beirette II zusammengestoppelt ist, seit von Guttenberg scheint das wohl hoffähig. Aber nein, lieber ehrlich bleiben, nennen will ich sie schon, meine Quelle. Und da kann man von Herrn Knorre noch sehr viel mehr über die Kameras der Firma Beier Freital erfahren: http://www.beier-kamera.de/index.html  

Der Link zur Originalseite der Beirette II lautet: http://www.beier-kamera.de/html/beirette_ii.html  

Daraus zitiert:

"Beirette II - Hierbei handelt es sich um ein ganz außergewöhnliches Kameramodell von Beier. Im Jahr 1941, als das Werk auf kriegswichtige Produktion für die Askania Werke Berlin*) umgestellt wurde, entwickelte man noch aus der Ur-Beirette von 1938 die Beirette II. Diese sind in den meisten Baugruppen baugleich, allerdings ist der eingebaute und gekuppelte Entfernungsmesser bei der Beirette II für diese Zeit ein absoluter Luxus. Es ist überhaupt erstaunlich, wie zu dieser Zeit eine solche Kamera noch gebaut werden konnte. Man merkt dem Modell in einigen Details die Zeit an, in der es entstand. Vernickelte Teile haben nur einen Hauch von Nickel bekommen, andere wie der Rückspulschlüssel und dessen Auflageblech wurden lackiert oder verzinkt. Ein Testfilm mit der Kamera ergab hervorragende Bilder."

Nachtrag: Heute, 3 Jahre, nachdem ich diesen Text geschrieben habe, sind mir zwar ab und an einige Beiretten Model I begegnet, doch vom Typ II habe ich noch nie ein Exemplar zu Gesicht bekommen. Möglicherweise ist diese Kamera nie in den Handel gekommen und es existiert nur noch in Freital ein einsames Werksmodell ?????

Beirette II, gebaut ab 1941


-
Kleinbild - Springkamera mit gekuppeltem E-Messer
-Kleinbildpatrone
-Cassar 2,9 f=5cm  Nr:356106
-Compur - Verschluss mit T,B 1,2,5,10,25,50,
 100,300 ohne Vorlaufwerk.
-Filmtransportknopf wie bei den Rollfilmkameras
-Bildzählwerk (filmabhängig)
-Rückspulschlüssel auf Gehäuseunterseite
-Drahtauslöseranschluss
-Stativgewinde 3/8”

*) Askania Werke AG

Durch Zusammenschluss mit der Centralwerkstatt Dessau entstand 1921 die Askania Werke Aktiengesellschaft. Der Name nimmt Bezug auf das mittelalterliche Adelsgeschlecht der Askanier, die Brandenburg und Sachsen besiedelten. Die Askania Werke AG mit Standorten in Berlin und im Berliner Umland wurden zum bedeutendsten deutschen Unternehmen für Luftfahrt- und Navigationsinstrumente. Die Nachtfluginstrumente, Bord- und Pilotenuhren halfen Pionieren der Luftfahrt, beispielsweise Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld bei seiner Atlantik-Erstüberquerung oder Elly Beinhorn bei ihren Langstreckenflugrekorden. Es wurden auch Filmkameras gebaut, die unter anderem bei den Dreharbeiten zum Film Der Blaue Engel mit Marlene Dietrich zum Einsatz kamen. Zu den hergestellten optischen Geräten zählten auch Kino-Filmprojektoren und Stereoskopie-Kameras. Durch die Wiederaufrüstung 1935 nahmen das Auftragsvolumen und die Spezialisierung für die Rüstungsindustrie zu, darunter beispielsweise auch Kreiselinstrumente für Schlachtschiffe und Flugzeuge der Heinkel-Werke. Gebaut wurden auch Zieloptiken für Flak-Geschütze und U-Boot-Periskope. Die Askania-Werke entwickelten das Flugleitsystem des deutschen V1-Marschflugkörpers sowie Komponenten für die V2-Rakete. Gegen Kriegsende wurden Teile der Produktionsanlagen in Salzbergwerken südlich von Helmstedt untergebracht.

Quelle: Wikipedia

>>>> Beier - Firmengeschichte >>>>

Zurück Technische Daten Abbildung groß

 

Copyright © Reinhard Krahé