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Certo Super Dollina

Einmalig: seitlich angebrachter fein arbeitender Fokussierknopf

Die Super Dollina wurde 1938 vorgestellt. Das Besondere an ihr ist der ins Gehäuse integrierte gekuppelte Entfernungsmesser, der mit einem Rändelrad an der rechten Kameraseite quer zur Kameraachse bedient wird (hier rot eingefärbt). Seitliche Parallaxenfehler gibt es nicht, die Sucherfenster sitzen symmetrisch zur optischen Achse. Die Scherenführung des Objektivs wird sauber nachgeführt. Die Entfernungseinstellung arbeitet sehr präzise, die aktuelle Einstellung wird in einem Sichtfenster auf der Kameraoberseite angezeigt. Es gab diese Kamera in unterschiedlichen Ausstattungen, wie aus dem Prospekt unten ersichtlich. Billig war sie nicht, die Super Dollina, auch ihr Preis war "super", bewegte sich aber auf dem gleichen Niveau wie der einer Retina II. Wegen unaufschiebbarer Welteroberungen dauerte die Bauzeit der Kamera vor dem Krieg jedoch nicht allzu lang an, doch nach dem Scheitern der Unternehmungen in Sachen Weltherrschaft konnte jedoch mit frischen Kräften mit eingelagerten Maschinen und Werkzeugen gleich wieder weiter produziert werden. .

Es gab die Super Dollina in unterschiedlichen Objektiv- und Verschlusskombinationen, oben abgebildet eine Ausführung mit Cassar Objektiv und Compur Verschluss

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Werbung von 1939

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Super-Dollina

Die Kamera

für lebendige

Farbenaufnahmen

Auf Kinofilm 24X36 mm, 36 Aufnahmen

Klein – leicht und stets zuverlässig

Maße einschl. Knöpfe: 12,5 X 8,2 X 4,1 cm

Gewicht: 520 Gramm

Der gekuppelte Entfernungsmesser ist harmonisch in das Gehäuse eingebaut. Seitlich angebrachte Entfernungseinstellung für Nahaufnahmen gestattet, die Kamera die Kamera während der Einstellung der Entfernung und Betätigung der Gehäuseauslösung ruhig und fest in beiden Händen zu halten. Die Kamera aus stabilem Spritzgussgehäuse, das alle empfindlichen Teile aufnimmt, ist mit parallaxefreiem, eingebautem optischen Sucher, automatischer Filmarretierung und Zählwerk zur Vermeidung von Doppelbelichtungen ausgestattet. Alle Metallteile sind verchromt. Preise:

Xenar 2,8/5 cm Compur 1/300 Sek.             RM 157.-

Xenar 2,8/5 cm Compur Rapid 1/500 Sek.      RM 167.-

Tessar 2,8/5 cm Compur Rapid 1/500 Sek.     RM 187.-

Xenon    2/5 cm  Compur Rapid 1/500 Sek.    RM 197.-

[...]

Die Vorgängerin: Dollina III

Die unmittelbare Vorgängerin der Super Dollina war die Dollina III von 1938, ein Spitzen-Modell mit einem Fokussierknopf auf der Oberseite wie schon deren Vorgängerinnen und ein gekoppelter Entfernungsmesser. Doch nun war dieser in das Kameragehäuse integriert. Dieses war im Bereich der Objektivstandarte nach vorne gezogen und gerundet. Es bot dem Objektiv mehr Platz, so dass die Kameraklappe flach ausfallen konnte. Die Klappe und das gesamte obere Gehäuse waren verchromt. Die nicht eben billige Dollina III war nur für eine kurze Zeit gebaut worden, bis sie von der etwas preiswerteren und leichteren Super Dollina abgelöst wurde.

Die Nachfolgerin: Super Dollina II

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kamera zunächst unverändert gegenüber dem Vorkriegsmodell gebaut, dann aber erfolgte eine Neukonstruktion. Die Transporträder der Super Dollina II wurden durch flachere ersetzt und in das Gehäuse integriert. Die Gehäuseflächen waren nun nicht mehr so fein verchromt und die Objektivklappe flacher.  Die Super Dollina II galt als ein Spitzenprodukt der DDR und wurde bis Anfang der 70er Jahre produziert und ist daher noch verhältnismäßig häufig anzutreffen. Sie wurde unter den Namen Super 35 ins Ausland (auch in die USA) exportiert.

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