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Agfa Karat 36 - Typ 2017/00

Springbalgenkamera mit gekoppeltem Messsucher für Standart Kleinbildfilm

Produziert wurde die Modellreihe Karat von Agfa zwischen 1936 und 1956. 1937 kam die erste Karat dann in den Handel. Die Karat 6,3 mit einer Art Deco Front. Mit dieser Kamera war Agfa seiner Zeit weit voraus.  Zum einen stattete man die Karat unter anderem mit Eigenschaften wie Bildzählwerk und Doppelbelichtungssperre aus.  Zum anderen setzte man schon damals auf das Filmformat 24 x36.  Eine absolute Innovation war aber die Karat-Filmpatrone. Sie erleichterte das Filmeinlegen enorm und es war nun unproblematisch den Film auch bei Tageslicht zu wechseln. Trotz aller Features war die Karat klein und handlich, weshalb sie auch von Agfa als ideale Zweitkamera beworben wurde. Doch war der Siegeszug der 135er Kleinbildpatrone nicht mehr aufzuhalten, der Karat Film war nun mal leider ausschließlich auf Agfa Kameras beschränkt. Das brachte die Händler dazu den Massenfilm eher zu bevorraten als Produkte von Agfa. Auch die Beschränkung auf nur 12 Aufnahmen pro Patrone bei annähernd gleichem Preis und das "Voll gegen Neu" Verfahren riefen nicht unbedingt neue Kundenströme herbei. Also beschloss man bei Agfa mit dem Strom zu schwimmen und ebenfalls Kameras für die Kodak Patrone zu bauen. Bis auf die notwendigen, den entsprechenden Patronentypen geschuldeten Unterschiedlichkeiten glichen sich die zeitgleich vorgestellten Modelle sehr. (siehe Abb. unten)

Karat 12

Beide besaßen neben der erstklassigen Verarbeitung einen Messsucher, Doppelbelichtungssperre, Schnelltransport und hochwertige Objektive:

Heligon 2,0/50 mm (Rodenstock)

Xenon 2,0/50 mm Schneider Kreuznach)

Xenar 2,8/50 mm (Schneider Kreuznach, Tessar Typ)

Solagon 2,0/50 mm (Agfa)

Die hier besprochene Kamera (Typ 2017/00) wurde Anfang 1949 gebaut. Die Karat 36  wurde im Zeitraum von 1948 bis 1954 in 18 unterschiedlichen Versionen produziert, nimmt man die Karomat und die Ansco Karamat hinzu, dann waren es sogar 23 Versionen. Die Stückzahl aller Versionen betrug ca. 167.500. Zum Vergleich: Kodak produzierte im gleichen Zeitraum weit über 885.000 Retinas.

     Karat "12"

Die 12 bezieht sich auf die Anzahl der maximal möglichen Bilder auf Karat Film, ein Dutzend Aufnahmen galten damals als ausreichend für einen "Wochenendfilm". Eingeführt wurde die Karat 12 im Jahr 1945 ausverkauft 1950

Karat "36"    

Die Modellbezeichnung Karat 36 deutet auf den Filmtyp 135 hin, der in Längen bis zu eben 36 Aufnahmen konfektioniert war.

Karat 36

Original Agfa Artikelbeschreibung von 1950

Karat 36

Schnellverschluss Kleinbildkamera, Gekuppelter Einblick - Messsucher, Schnelltransport mit gekuppeltem Aufzug des Verschlusses, Heligon, Xenon 1:20 f= 50mm, AR-Belag, 36ger Patrone, Compur-Rapid Verschluss (B 1-1/500), Blitzlichtsynchronisation - Das Kleinbild erfordert, wenn man die Kunst der "dynamischen Fotografie" souverän beherrschen will, ein Spezialinstrument höchster Präzision und optischer Leistung. Mit den berühmten Spitzenobjektiven Heligon oder Xenon verbürgt sich die Agfa Karat bei Schwarzweiß- und Farbaufnahmen feinste Konturenschärfe und Brillanz. Zwei außergewöhnliche Vorzüge ihrer Konstruktion sind die Kupplung des Objektivs mit dem großflächigen Einblick Messsucher -einer Kombination von Sucher und Entfernungsmesser-, sowie die wichtige Doppelfunktion des Schnellschalthebels, der mit einem Schub den Film transportiert und zu gleicher Zeit den Compur-Rapid Verschluss spannt. Blitzlichtsynchronisation. Gehäuseauslöser. Sperre gegen Doppelbelichtungen und Leerschaltung. "T"-Hebel. Filmzählwerk. Schärfentiefenring. Filmandruckplatten. Lederbezug. Die Karat 36 gilt wegen ihrer einfachen Bedienung, vorzüglichen Handlage, raschen Schärfeeinstellung und Schnellschaltung als modernster Typ einer Schnellschuss Springspreizen Kamera.

Preis: 398.-DM - Blankrindleder Bereitschaftstasche 25,--DM

Alle AGFA Karat Kameras:

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