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Voigtländer Vitessa Typ 125

Fast avantgardistisch anmutende Kleinbildbalgenkamera aus dem Jahr 1953 mit lichtstarkem 2,0er Ultron Objektiv hinter einer Doppeltür, Mess-Sucher und einem revolutionärem neuen Filmtransport

Die ersten Vitessas wurden bereits um 1950 gebaut, möglicherweise schon auf der Photokina des gleichen Jahres einigen wenigen Auserkorenen gezeigt. Belegt ist das zwar nicht, sicher ist jedoch, dass die ersten Auslieferungen 1951 ins Ausland erfolgten. Bis zur deutschen Markteinführung wurden die Modelle noch einige Male geändert. Auf der Sonderschau für formgerechte Industrieerzeugnisse auf der Hannover Messe wurde die Vitessa Ende Februar 1953 dann zum ersten Mal auch der deutschen Öffentlichkeit gezeigt. Für gute Industrieform und Design räumte sie in den folgenden Monaten in rascher Folge etliche Preise ab. Das und die damit verbundenen Ausstellungen sorgte für eine gern angenommene zusätzliche Publicity. Dieses Modell hier ist eine der allerersten Vitessas aus der offiziellen neuen Kameraserie von Voigtländer. Noch fehlte der Zubehörschuh und vor allem der erst in späteren Modellen eingebaute Belichtungsmesser. Ein Nachfolgemodell findet sich hier >>>>

Aus einem zeitgenössischen Werbeprospekt:

"Ein Druck des rechten Zeigefingers auf den Auslöser bringt die Vitessa in Aufnahmebereitschaft. Gleichzeitig wird auch die „Combi-Taste" sichtbar, die bei geschlossener Kamera völlig im Gehäuse verschwindet. Sie wird mit dem linken Zeigefinger bedient und transportiert den Film, spannt den Verschluß und stellt das Zählwerk weiter. Dieses befindet sich hinter dem kleinen Fensterchen unter dem Entfernungsmesserausblick, zusammen mit einem praktischen Filmsortenanzeiger. Zum Filmtransport hebt sich automatisch die Filmandruckplatte ab. Das gewährleistet leichten Transport und schont den Film.
Die Betätigung des Entfernungsmessers übernimmt der rechte Daumen an einer griffig gerändelten Einstellscheibe an der Rückseite der Kamera. Durch sie wird gleichlaufend die, versenkt in die mattverchromte Kopfplatte eingelassene, Tiefenschärfenuhr eingestellt. Der Präzisionsentfernungsmesser ist mit dem Sucher einblicksgleich und besitzt einen vollautomatischen Parallaxenausgleich für Aufnahmen auf kurze Entfernung.
Der hervorragenden mechanischen Ausstattung der Vitessa-Modelle ist die optische ganz und gar würdig. Bei dem Modell für 225 Mark ist das weltweit bekannte, farbkorngierte Color-Skopar 1:3,5 eingebaut; in dem Spitzenmodell der Vitessa aber das ultralichtstarke, sechslinsige Ultron 1:2,0, ein Meisterobjektiv der berühmten Voigtländer-Hochleistungsanastigmate. Beide Objektive sind vergütet und begeistern durch eine hervorragend naturgetreue Wiedergabe bei Schwarzweiß- und Farbaufnahmen."

Das Ultron 1:2,0/50mm

Nachfolgemodell Vitessa III L Typ 133

Wirkungsweise der Kombitaste

Die Nachfolgemodelle besaßen bald auch noch zusätzlich einen fest eingebauten  Selenbelichtungsmesser. Siehe oben. Von den Vitessa Kameras sind zwischen 1953-1958 insgesamt rund 300.000 Stück gebaut worden, zunächst die Vitessa Modelle I - III mit ausklappbarem Objektiv, dann die Vitessa T ohne Faltbalgen, dafür aber mit auswechselbaren Objektiven.

Die komplette Modellpalette findet sich hier

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