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Agfa Karat 4,5

Springbalgenkamera für Agfa Karat Kleinbildfilm

 

Die erste Karat - hier im Art Deco  Look -  von 1937

 

 

Die letzte Karat - nun doch für den mittlerweile als Standart geltenden Filmtyp 135 - von 1956

Den Deutschen - und da machen die Kamerafirmen keine Ausnahme - ist es wohl zu eigen neue, manchmal auch ungewöhnliche und eigene Wege zu gehen. Und das zeitweise mit einer Beharrlichkeit, die fast schon an Sturheit grenzt. Natürlich wollte AGFA, als zweitgrößter Filmproduzent einen eigenen Standart ins Leben rufen, doch verpassten die Leute leider den richtigen Zeitpunkt um ein Jahr. Dann aber hielten sie an ihren Dingen unnötig lange fest. Das galt auch für die Karatfilme und -kameras. Zu den Kameras - und es gab da recht viele Modelle in den zwanzig Jahren, in denen sie gebaut wurden -  ist zu sagen, dass sie technisch und qualitativ in die oberen Ränge gehörten. Bevor ich mich aber weiter darüber verbreite, möchte ich auf auf eine sehr spezielle Seite hinweisen: Wer besonders detailliert über Karat Kameras informiert werden möchte, dem sei folgende exzellente Adresse empfohlen:

 http://www.karat-kameras.de

Hier finden sich akribisch gesammelte Informationen und Beschreibungen zu allen Agfa Karat Kameras. Dazu noch ein Antiquariat, Downloadmöglichkeit von Prospekten, Bedienungsanleitungen, Werbung, Tipps und Tricks zu Wartung und Pflege, Sammler-Foren, kostenloser Kamera Bewertung, Newsletter, Service und noch mehr....

Produziert wurde die Modellreihe Karat von Agfa zwischen 1936 und 1956. 1937 kam die erste Karat dann in den Handel. Die Karat 6,3 mit einer Art Deco Front. Mit dieser Kamera war Agfa seiner Zeit weit voraus.  Zum einen stattete man die Karat unter anderem mit Eigenschaften wie Bildzählwerk und Doppelbelichtungssperre aus.  Zum anderen setzte man schon damals auf das Filmformat 24 x36. Eine absolute Innovation war aber die Karat-Filmpatrone. Sie erleichterte das Filmeinlegen enorm und es war nun unproblematisch den Film auch bei Tageslicht zu wechseln. Trotz aller Features war die Karat klein und handlich, weshalb sie auch von Agfa als ideale Zweitkamera beworben wurde. Mit Compur Verschluss und 3, 5er Optik war die Karat genauso teuer wie die Kodak Retina, kostete also 75.- RM. Dazu passte natürlich nur der von AGFA konfektionierte >>>>>> Karat Film

Obwohl mit der Leica bereits 1925 die erste Kamera für Kleinbildpatronen erschien und Agfa diesen Filmtyp schon lange herstellte, kam erst 1937 ein eigenes Modell dafür heraus. Es handelte sich um eine Konstruktion mit Balgen, die Objektivstandarte wurde zum Fotografieren mittels Scherenmechanik nach vorn heraus geschoben. Sperren verhinderten Doppelbelichtungen ebenso wie den Filmtransport ohne vorheriges Auslösen. Die einfache Variante mit dem Igestar 6,3 kostete 49 RM, das luxuriöse Modell mit dem Solinar 3,5 demgegenüber 75 RM. Von der Karat erschienen im weiteren Verlauf auch Varianten mit teuren Objektiven, etwa dem Xenar 2.0. Die Kamera blieb bis 1954 im Programm, als sie u. a. von der AGFA Silette abgelöst wurde.

Die Karat 4,5 unterschied sich von ihrer Vorgängerin, der Karat 6,3, durch ihr vierlinsiges Agfa Oppar Objektiv f/4,5, 55 mm und kostete nun vierzehn Mark mehr, also 49.- RM. Im Übrigen war sie mit dem Vorgängermodell baugleich.

Von diesem Kameratyp (201/1) wurden zwischen 1938 und 1941 mehr als 38.000 Stück hergestellt. Doch je nach Bauperiode unterscheiden sich die Produkte durch ein paar Kleinigkeiten: begonnen wurde die Modellreihe mit einer Karat ohne Tragösen und mit einem Strich als Markierung der Entfernungseinstellung. Dieser wurde später durch einen Pfeil ersetzt. Die letzten Serien erhielten dann noch Tragösen. Siehe: >>>> Alle Agfa Karat Kameras >>>>

Der hier beschriebenen Kamera fehlen diese noch, dafür ist auf dem Objektiv ein Pfeil (siehe linke Abbildung) zu sehen: sie wurde also im Winter 1939/40 gebaut.

Bedienungsanleitung der Karat 4,5:

 

 

Alle AGFA Karat Kameras:

 

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Copyright © Reinhard Krahé