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Certo Super Dollina II

Die erste Super Dollina wurde bereits 1938 vorgestellt. Das Besondere an der Super Dollina ist der nun ins Gehäuse integrierte gekuppelte Entfernungsmesser, der mit einem Rändelrad an der rechten Kameraseite quer zur Kameraachse bedient wird (hier rot eingefärbt). Die Entfernungseinstellung arbeitet sehr präzise, die aktuelle Einstellung wird in einem Sichtfenster auf der Kameraoberseite angezeigt. Es sind alle Attribute einer modernen Kleinbildkamera vorhanden: Gehäuseauslösung des Verschlusses, Sperre gegen Doppelbelichtung, einstellbares Bildzählwerk und griffige Knöpfe für Filmtransport und Filmrückspulung.

Diese Kamera hier trägt auf dem Gehäuseboden das Gütezeichen "S", eine Bezeichnung für allerhöchste Qualität, das nach 1960 durch das Zeichen "1Q" abgelöst wurde.

Links eine späte Super Dollina rechts ein früheres Nachkriegsmodell

>>> Siehe auch: Unterschiede zwischen den Super Dollina Modellen >>>

Nach dem Ende des Krieges, in dem das Werk keinerlei Schaden erlitt, und nach der 1945 erfolgten Demontage, konnte die Kameraproduktion dennoch relativ schnell wieder aufgenommen werden. Denn vorsorglich hatte der Firmenchef Fritz von der Gönna noch im April 1945 die Werkzeuge für die Herstellung der Super Dollina zur Aufbewahrung an zuverlässige Mitarbeiter verteilt. Die Super Dollina II vom noch selbständigen Certo Kamerawerk in Dresden wurde wahlweise sogar mit dem westdeutschen Compur-Verschluss und mit einem Rodenstock-Objektiv ausgestattet – sozusagen ein Stück Gesamtdeutschland im Kamerabau. Diese hier ziert ein Tessar - Objektiv, was dem ganzen einen noch höheren Wert verleiht. Es gab auch eine preiswertere kleine Schwester: die >>> Durata II >>> (Abb. unten rechts) ohne Entfernungsmesser, mit einem Trioplan Dreilinser und einem einfachen Cludor Verschluss.

Die Vorläuferin, die Super Dollina (Abb. links und oben) von 1938 sah in Details noch ein wenig anders aus: zum einen besaß sie auf der Rückseite die vor dem Krieg offensichtlich unverzichtbare Schärfentiefentabelle. Daran ist sie wohl am leichtesten auszumachen. Dazu kommt ein Compur Rapid Verschluss statt eines einfachen Vebur. Dadurch sieht die Objektivstandarte glatter aus. Die Filmtransportknöpfe sind kleiner im Durchmesser und noch hoch und nicht ins Gehäuse integriert wie beim Nachkriegsmodell. Das Bildzählwerk auf der Oberseite ist durch ein Glas geschützt im Gegensatz zu einer offenen Scheibe wie beim Nachfolgemodell. Die ersten Modelle nach dem Krieg waren noch baugleich, zur Leibziger Frühjahrsmesse 1951 wurde dann die Super Dollina II vorgestellt. Dieses Modell wurde über einen recht langen Zeitraum hinweg gefertigt, die letzten Kameras verließen Anfang der 70er das Werk.

>>> Unterschiede zwischen den Super Dollina Modellen >>>

Werbung zur Leipziger Frühjahrsmesse 1951

Die Super-Dollina II wurde es mit folgenden Verschlüssen ausgestattet:

     Cludor

     Vebur

     Compur-Rapid

     Synchro-Compur

 

An Objektiven kamen zum Einsatz:

     Ludwig Meritar 50mm f:1/2.9

     Rodenstock Heligon 50mm f:1/2

     Carl Zeiss Jena Tessar 50mm f:1/3.5

     Carl Zeiss Jena Tessar 50mm f:1/2.8

 

Die Super Dollina II wurde mit der Kombination Heligon Objektiv und Synchro-Compur Verschluss auch unter dem Namen Super 35 in die USA exportiert.

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