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Agfa Super Solinette

Recht große aber schlicht gehaltene Messsucher Klappkamera

Unter dem Namen "Ansco Super Regent" auch für den amerikanischen Markt produziert

Ich hab´s probiert: wenn ich die Kamera so halte wie hier in der Werbung, dann habe ich ein herrlich instabiles Gebilde. Entweder ist alles verwackelt und/oder die Kamera rutscht mir aus den Händen.

AGFA begann 1867 in Berlin mit der Produktion von Platten und Filmen aller Art. 1925 wurde die "IG Farben" gegründet, in der die Fa. Bayer ihr Kamerawerk Rietzschel einbrachte. Agfa übernahm die Kameraproduktionssparte. Ab 1927, mit dem Start der Produktion im neuen Münchner Werk, erschien der Agfa Rhombus auf Kameras Ab 1928 wird mit Ansco USA kooperiert. 1945 bis 1953 stand das Werk unter US Administration und wurde dann von der Bayer AG übernommen. 1959 übernahm Agfa die Iloca Werke, Hamburg und 1969 den Objektivhersteller Staeble in Schongau.  In der Folgezeit produzierte man Hunderttausende von Kameras in zig unterschiedlichen Modellreihen. Manche schöne Novität wurde bei Agfa ins Leben gerufen. Es sei an die Optima- und Silette - Reihe erinnert. In der "Blütezeit" kam durchschnittlich alle drei Monate ein neues Modell heraus. AGFA war in der Dekade von 1958 bis 1968 Deutschlands größter Kameraproduzent, hauptsächlich für den käuferstarken Amateurmarkt. Doch Ende der 60er ging es mit der Produktion bergab: Fernost drängte auf den Markt, Instamatic, Pocket und Disk Kameras machten das Rennen, für den gehobenen Amateur hatte AGFA keine akzeptable Spiegelreflexserie im Angebot. 1983 wurde die Kamerafertigung endgültig aufgegeben. Eine weitere kapitale Leiche auf dem Weg des Niedergangs der deutschen Kamerafertigung.

Aus einem Agfa Prospekt von 1954:

„Wieder eine neue Weiterentwicklung einer weltbekannten Agfa-Kamera, der Agfa Solinette. Eine Weiterentwicklung, der man wirklich besondere Beachtung schenken muss. Die Super Solinette zeichnet sich vor allem durch den gekuppelten Entfernungsmesser aus, der in die Kopfplatte eingelassen ist. Dieser mit dem Fernrohrsucher gekuppelte Entfernungsmesser arbeitet nach dem Prinzip des kleinen runden Messbildes im großen Sucherbild. Der Einstellring für die Entfernungen, der von beiden Seiten der Kamera aus bedient werden kann, bringt durch Drehen Doppelkonturen im Messbild zur Deckung - die automatische Scharfeinstellung ist erreicht, ohne dass man das Aufnahmemotiv dabei auch nur einen Moment aus den Augen lässt. Diese praktische Einstellung ist vor allem dann von großem Vorteil, wenn es bei Schnappschüssen „auf die Sekunde" ankommt und man demzufolge keine Zeit verlieren darf. Für die optische Ausstattung der Super Solinette wurde ein hervorragendes Agfa-Objektiv, das vierlinsige Solinar 1:3,5 verwendet, das sich unter anderem auch schon in der Solinette bewährt hat. Für Farbaufnahmen bestens korrigiert und mit einem wischfesten Antireflexbelag versehen, ist es ein Objektiv, das so richtig in diese hochwertige Kamera passt. Auch der Synchro-Compur-Verschluss mit Belichtungszeiten von 1 bis 1/500 sec ist ein Meisterwerk an Präzision. Der Verschluss ist am Boden mit einem vollsynchronisierten Blitzkontakt versehen, der die Verwendung sämtlicher Blitzarten erlaubt. Klar, dass auch die sonstigen technischen Raffinessen der Solinette wie Doppelbelichtungssperre, Filmmerkscheibe, Zählwerk usw. mit in die Super Solinette eingebaut wurden. Trotz der beachtlichen Neuerungen aber, die hinzukamen, hat die Super Solinette nichts an Kleinheit, Formschönheit und Eleganz eingebüßt. Besondere Beachtung verdient auch der Preis für die Super Solinette. 225 Mark für diese herrliche Kamera ist gewiss eine sehr erfreuliche Leistung.“

Es gab auch eine >>> Solinette II >>>  (1954 - 1959) ohne Entfernungsmesser. Auch sonst war sie etwas schlichter gehalten: Prontor statt Synchro-Compur Verschluss, Agfa Apotar (3linser) statt Agfa Solinar (4linser) Objektiv. Dafür war sie natürlich auch preiswerter.

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