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Agfa Karomat 36 - (Exportmodell von 1949)

Erste Nachkriegs- und Export-Variante der Springbalgenkamera mit gekoppeltem Messsucher für Standart Kleinbildfilm

Karomat 36 von 1949

Karomat 36 von 1949

Der Start der Camera Werke München nach 1945 war - wie bei vielen anderen Betrieben auch - hart. Der Mutterkonzern, die IG Farben, war zerschlagen, die Zulieferer in unterschiedlichen Besatzungszonen gelandet, aus dem Osten waren Lieferungen bald unmöglich, es fehlte allenthalben an Rohstoffen und das alte Programm mit dem firmeneigenen Karat Filmformat war nicht gefragt. Durch den Marshal Plan gab es einen Neubeginn, auch wurde die frühere fruchtbare Zusammenarbeit mit der US amerikanischen Firma ANSCO wieder belebt und so kam es nach mühen doch noch zu einem Neustart. Zunächst war die Produktion von Kameras ausschließlich für den amerikanischen Markt gestattet, wie übrigens beim Mitbewerber Kodak-Nagel auch. eine der ersten Kameras ist diese hier, sie hat amerikanische feet Skalen und trägt die Prägung "Karomat 36 - Made by Agfa-Kamerawerk München - Germany U. S. Zone"

Ansco Karomat von 1953 >>>>

Ansco Karomat von 1953

Es gab auch Modelle, welche Oben auf dem Gehäuse den Aufdruck "Ansco Karomat" trugen und auf deren Gehäuseboden "Made for Ansco - by AGFA Kamera Werk - München Germany" eingeprägt war. Außerdem waren die Entfernungsskalen in "feet" angegeben. Bei diesen Geräten handelte es sich um Karat 36 Kameras für den amerikanischen Markt. Sie wurden von Ansco, Binghamton, USA in den Vereinigten Staaten vertrieben, mit denen AGFA bereits 1928 bis Kriegsbeginn fusioniert hatte. Diese Kameras waren nicht eben billig: die Karomat mit einem 2,8er Xenar kostete 112,50 $, die mit einem 2,0er Objektiv sogar 125.- $. Sie sind in den USA nicht eben häufig und hierzulande verständlicherweise eher selten zu finden.

Agfa Karat 36, Agfa Karomat, Karomat 36, Ansco Karomat: alles die gleiche Kamera?

Natürlich nicht, wenn es auch auf den ersten Blick so scheint. Mal ganz abgesehen von unterschiedlichen Objektivbestückungen und Verschlüssen, das Aussehen hat sich schon im Laufe der Jahre 1949 bis 1956 geändert. So verschwand der Blendenrechner, das Bildzählwerk wurde nach innen gelegt, der Spannhebel wurde rund und fest montiert statt eckig und klappbar. Doch auf Dauer half das alles nichts, denn schwere Faltbalgenkameras waren Ende der 50er out, eingebaute gekoppelte Belichtungsmesser und leichtere unkomplizierte Modelle mit Automatiken waren gefragt. Leider verschlief man auch bei AGFA den Anschluss an modernere Kameratechniken und überlies den Japanern zunehmend das Feld

 

Alle AGFA Karat Kameras:

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