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ARCO 35 mit ARCO VIEW

Optionaler Lichtschacht-Spiegelreflexsucher mit Parallaxenausgleich

Der Sucher folgt den Bewegungen des Objektivs und ändert sowohl seinen Blickwinkel als auch die Fokussierung

Nagel Pupille mit Reflexsucher

Eigentlich habe ich die unterschiedlichsten Aufstecksucher unter der Rubrik Zubehör gesondert eingeordnet. Doch hier möchte ich einmal eine Ausnahme machen. Denn mit dem ARCO VIEW wird aus einer mehr oder weniger normalen Faltbalgenkamera etwas ganz Neues, nämlich eine zweiäugige Spiegelreflexkleinbildkamera. Auch das Handling ist vollkommen anders, man schaut jetzt von oben in einen Lichtschacht und bekommt so ein anderes Bildgefühl. Da der Reflexsucher mit zwei Schrauben sehr solide mit der Kamera verbunden ist, kann man das ganze Arrangement tatsächlich als eine geschlossene Einheit ansehen. Der normale kamerainterne Sucher lässt sich natürlich samt eingespiegeltem Entfernungsmesser parallel zum Reflexsucher weiterhin nutzen.
Der Konstrukteur Masao Abe war natürlich nicht der erste, der einen Aufsteck- Reflexsucher konstruiert hat. So etwas gab es bereits u. a. für die Nagel Pupille. Vielleicht hat Abe seine Grundidee dort „entliehen“.

Die erste Firma mit einem optionalen Reflexsucher für KB Kameras wird wohl Leitz mit einer frühen Form des Visoflex gewesen sein, allerdings befindet sich der Spiegelkasten dort zwischen Gehäuse und Objektiv, was die Brennweite verändert und zusätzliche Maßnahmen erforderlich macht. Aber der Leitz Sucher wurde eh meist in Verbindung mit Balgengerät oder Spezialobjektiven eingesetzt. Voigtländer zog nach und baute mit dem Telomar etwas ähnliches.

Es gab überdies auch so einige zweiäugige Kleinbildkameras mit fest verbauten Optiken, vor allem in Japan, z. B. die Meisupi und Meikai, die Hobix, die Bolsey C oder die Toyoca 35 und die Samocaflex, allesamt allerdings als Exoten in nur sehr geringer Stückzahl produziert. Auch die deutschen Kameras Zeiss Contaflex sowie die Agfa Flexilette und die Agfa Optima Reflex gehören in diese Gruppe*). Der Vorteil eines vom Aufnahmeobjektiv unabhängigen Reflexsuchersystems liegt in einer einfacheren Konstruktion, so dass man den Zentralverschluss unverändert beibehalten konnte und das Sucherbild stets sichtbar blieb. Frühe einäugige Spiegelreflexkameras hatten dem gegenüber  einen sehr viel komplizierteren Verschlussablauf.

Doch wie auch immer, der ARCO VIEW Sucher ist schon etwas Besonderes. Die Handhabung ist nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr einfach, das Fokussieren geht problemlos. Im Nahbereich hilft eine Lupe, die bei Nichtgebrauch im Inneren des Lichtschachts arretierbar ist. Dem Sucher, den ich hier habe, liegt noch ein zusätzlicher Befestigungsring mit Klammer und Verschraubung bei. Damit lässt er sich auch auf ARCO Kameras anbringen, die kein Gewinde auf der Objektivplatte haben, also auf späte ARCO 35 Junior und die ARCO 35 Automat.

Leitz Visoflex (links) und Voigtländer Telomar (rechts)

Bolsey Modell C

Arco 35 mit Arco View in Montageschale zum sicheren Stand

Dieses komplette Set wurde bei Westlicht für über 2.000.- € versteigert

vergleiche: http://www.westlicht-auction.com/index.php?f=popup&id=238285&_ssl=off#238285

Zwei Arco 35 mit unterschiedlichen Aufstecksuchern

Befestigungsring für Modelle ohne Gewinde

 

*) weitere Beispiele kann man nachschauen unter:

 http://corsopolaris.net/supercameras/twin25/tlr35.html

 

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