Super Baldina

Datenblatt

Kameratyp: Balgenklappkamera Kleinbild 24x36mm Filmtransport: Schlüsselknebel - Filmzählwerk
Hersteller: Balda-Werk, Max Baldeweg, Dresden Sucher: Fernrohrsucher mit automatischer Paralaxenverstellung
Baujahr: 1938 Belichtungsmessung: - / -
Objektiv: Schneider Kreuznach Xenar 1:2,9/50mm (#946707) Blitzanschluss: - / -
Fokussierung: mittels Hebels am Objektiv 0,85 m bis Unendlich Gewicht: 502 g
Verschluss: Compur 1/1 - 1/300; B; T Abmessung: 125 x 39 (87) x 94
Sonstiges:
Für Hochkantzeitaufnahmen lässt sich die Kamera dank des Aufstellfüßchens prima hinstellen. Quer ist das allerdings wegen des dicken Transportrades nicht gut möglich. Das Xenar von Schneider Kreuznach gehörte mit seiner Öffnungsblende von f:1/2,9 zu den lichtstärksten seiner Zeit, es wurde übrigens auch bei den Retinas von Kodak-Nagel verbaut.
Der Verschluss ist noch nicht verriegelt, man kann also leicht Doppel- bis n-fach Belichtungen erstellen. Dafür ist die Fokussierung (dicker Knopf oben) mit dem Sucher gekoppelt; die Paralaxenverstellung erfolgt also automatisch. Der Sucher ist in seinem Neigewinkel beweglich gelagert und wird zur Vermeidung von Paralaxenfehlern automatisch verstellt. Das bewirkt die Koppelung mit dem Fokussierhebel.
Dass diese Super Baldina aus dem Jahr 1936 stammt, lässt sich gut am vernickelten, teilweise auch lackierten Messinggehäuse des Entfernungsmessers erkennen. Dieser hat ein eigenes Okular und ist in eine obere und eine untere Sektion aufgeteilt, die 3,5 cm auseinander liegen. Das ergibt schon eine gewisse Präzision beim Fokussieren.
Damit keiner versehendlich das Bildzählwerk verstellen kann, gibt es einen verchromten "Zählwerkuhrdeckel". Darüber der Knopf entriegelt die Kameraklappe.
Der aufklappbare Knebel auf der linken Kameraoberseite dient zum Rückspulen des belichteten Films. Durfte in den 30ern nicht fehlen: Tiefenschärfentabelle.
Links der Rückspulknebel, rechts das verdeckte Filmzählwerk, an der rechten Außenseite ein einfaltbarer Trageriemen Die Kameraunterseite wird beherrscht von dem groß dimensionierten Filmtransportknopf. Daneben zur Mitte hin der verriegelte Freigabehebel für das Rückspulen, rechts das 3/8´´ Stativgewinde.
 
Unterschiede zwischen der Export- ( jeweils links) und der Ausführung für den heimischen Markt (jeweils rechts)
Zunächst einmal das Objektiv. Um eine auch in den Staaten verhältnismäßig teuere Kamera verkaufen zu können, durfte der Preis nicht noch zusätzlich durch ein aufwendiges Objektiv erhöht werden. Also drei statt vier Linsen.
Klar, in den USA rechnet man mit den Füssen. Entsprechend die Gravur auf der Entfernungsskala
Dasselbe gilt dann auch für die "Tiefenschärfentabelle".
Der Sucher mit Parallaxenausgleich ist aus einfachem Stahlblech statt aus wertigem Messing.

Aber das waren schon die Unterschiede !

 

    

 

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