Werbung für Agfa Karat Kameras und Filme

Bereits 1932 wurde der erste Agfacolor-Farbfilm nach dem Kornrasterverfahren vorgestellt. Den ersten „richtigen“ Farbfilm, also einen Film mit drei übereinander liegenden lichtempfindlichen Farbgelatineschichten mit den darin - im Unterschied zu den Kodachrome-Filmen - eingelagerten Farbkupplern, stellte Agfa im November 1936 vor, er nannte sich in der Anfangszeit Agfacolor Neu, um sich von dem Kornrasterverfahren zu unterscheiden. Dieser Diafilm benötigte noch sehr viel Licht, seine Empfindlichkeit gab man mit 7/10° DIN an. Bereits 1938 gelang es, die Empfindlichkeit auf nunmehr 15/10° DIN zu steigern. Konfektioniert in der neuen Karat Filmpatrone wurde er mit der dazu passenden Kamera beworben.

Die Kleinbild-Camera für jedermann!

Agfa-Karat

Das Notizbuch des Amateurs, einkleines Schmuckstück und infolge des niedrigen Preises ein Ziel, das für jeden erreichbar ist.

Die Agfa-Karat ist eine Spring-Camera, hat das Bildformat 24 x 35 mm, die neuartige Karat-Spezial-Packung für 12 Aufnahmen ist mühelos einzulegen. Die Frontlinsen-Einstellung von Unendlich bis 1 Meter sorgt für rasche und bequeme Entfernungseinstellung, der Newton-Sucher für schnelle Erfassung des richtigen Bildausschnitts. Die Auslösung erfolgt am Gehäuse und ist mit dem Transportmechanismus des Films gekoppelt, so dass Fehlbelichtungen unmöglich sind.

Das Objektiv der Agfa-Karat ist das Agfa-Anestigmat-Igestar F . 6,3 mit der Brennweite von 5 cm. Es zeichnet stets scharfe Bilder und erlaubt stärkste Vergrößerung der Aufnahmen. Sehr präziser Verschluss für Zeit- und Momentaufnahmen.

Die kleine Agfa-Karat hat ein Leichtmetallgehäuse aus Aluminium-Spritzguß, wiegt nur 420 Gramm und ist als eine Meisterleistung anzusprechen.

Format 24 x 36 mm (Leicaformat)

Agfa Karat

Die Farbenkamera für Jedermann!

Farbenfotografie und Schwarz-Weiß vereinigt.

 Die gute Kleinbildkamera zum volkstümlichen Preis – bequeme Handhabung – höchste Aufnahmebereitschaft – kleinste Ausmaße – Lichtstärke in Auswahl von 1:6,3 bis 1:3,5 – Filmandruckplatte – spielend leicht einzulegende Spezialpatrone mit nur 12 Aufnahmen – automatische Sperrvorrichtung bei allen Modellen gegen Doppelbelichtungen und Leerschaltungen – Bildzähluhr – Stativmutter....

Werbung 1939:

Agfa Karat - Die Kleinbild-Camera für jedermann

Die Photo-Camera darf heute nicht mehr zur Tyrannin unserer Wanderungen und Spaziergänge werden. Eigentlich sollte sie unsichtbar sein!

Das geht natürlich nicht im wörtlichen Sinne. Darum wurde diese Klein-Camera geschaffen, so handlich, so unauffällig wie möglich. Sie knipst das Ereignis wie die Stimmung, die Landschaft wie das Bildnis, Schnappschuss und Sport, immer ist sie dem Motiv auf den Fersen. Und dabei hat ihr Besitzer das glückhafte Gefühl: Dies kleine wendige Ding in meiner Hand mit dem ich unbeschwert knipse wie ich sehe – klein, aber oho! – schenkt mir Bilder, die ich sooooo vergrößern kann!

Eine echte Klein-Camera

Die Agfa Karat ist eine echte Klein-Camera von gediegener, raumsparender Bauart, flach in jede Tasche passend und mit bewusstem Verzicht auf schikanöses Drum und Dran, das im entscheidenden Moment der Aufnahme nur stört. So einfach wie möglich und in ihren Grundzügen solide und gebrauchstüchtig, ist sie die Verwirklichung all der Forderungen; die aufgrund der langjährigen Erfahrungen der Agfa-Konstrukteure an die volkstümliche Kleinbild-Camera der Zukunft zu stellen sind. So liegt der Höhepunkt ihrer Leistung darin, eine stets schussbereite Spring-Camera zu sein. Ein Druck und sie hat die unüberbietbare optische Bereitschaft der Box-Camera.

 

Artikelbeschreibung von 1939:

Agfa Karat 3,5
Bildformat 24 x 36 mm

Die flotte Kleinbildkamera in Vollendung.

Das gesunde Prinzip der Karat in seiner Leistung gesteigert
durch Optik, hoher Lichtstärke und einen Verschluss mit großem
Zeitenbereich. Bestechend schöne Ausstattung durch reiche
Verchromung und Verwendung des neuartigen Metalls Hydronalium.
Das Hochleistungsanastigmat Agfa Solinar F: 3,5, Brennweite 50 mm,
gewährleistet bei höchster Lichtstärke gestochene Schärfe für stärkste Vergrößerung

  • Compur- bzw. Compur-Rapid-Verschluss von I bis 1/300 bzw.
    1/500 Sek. und Zeitbelichtung

  • Gehäuseauslösung

  • Frontlinseneinstellung von 1 m bis Unendlich

  • großer, lichtstarker Fernrohrsucher

  • Leichtmetallpressgussgehäuse mit Robusitbezug; blanke Metallteile aus unveränderlichem Hydronalium

  • Stativmutter im Kameraboden

  • 12 Aufnahmen auf Agfa Kleinbildfilm in neuartiger Karatpatrone für bequemsten Tageslichtwechsel

  • Filmplanlage durch federnde Andruckplatte

  • sämtliche Skalen übersichtlich an der Frontplatte

  • unmittelbare Aunfnahmebereitschaft

  • Ausschluss von Doppelbelichtung, Leerschaltung und versehentliche Auslösung bei geschlossener Kamera.

Gewicht: etwa 450 g
Außenmaße: 130 x 80 x 70 mm
Zubehör: Klappkarton, Gebrauchsanweisung

mit Compur-Verschluss RM 75,-
mit Compur-Rapid-Verschluss RM 85,-

Zusatzartikel:

  • Bereitschaftstasche aus Rindleder mit Stativschraube: RM 6,50

  • Drahtauslöser: RM 1,50

  • Topasfilter 0 bis 3 oder Rubinfilter in Aufsteckfassung 30 mm: je RM 4,00

  • Vorsatzlinse für Karat 3,5 für Aufnahmen aus 30 cm Entfernung: RM 6,00

 

 

 

 

Aus einem Prospekt von 1950:

Eine reizende kleine Kleinbildkamera mit dem Agfa Apotar 1:3,5 f=55 mm, Prontor - Verschluss, 12er Karat-Patrone.

Die Karat 12/3,5 hat wegen ihres niedrigen Preises und der erstaunlich guten Leistung viele begeisterte Liebhaber gefunden. In der Anwendung der Karat - Patrone mit 12 Aufnahmen sehen viele Amateure den Vorteil, dass diese Bildmenge gerade ausreichend ist für einen schönen Fototag. Das scharf zeichnende Agfa Apotar ist ein dreilinsiger Anastigmat mit der hohen Lichtstärke von 1:3,5. Der Prontor - Verschluss (B,  1, 1/2 usw. bis 1/250) ist mit einem Selbstauslöser versehen. Zusätzlich ist ein "T-Schieber" für lange Zeitaufnahmen vorhanden. Die Entfernung stellt man bequem an der Frontlinse ein. Eine sichere Sperre schützt vor Doppelbelichtungen und Leerschaltung. Weich arbeitende Gehäuseauslösung. Eingebauter optischer Durchsichtsucher mit großem hellen Bild. Automatisches Bildzählwerk. Durch einen Fingerdruck springt der Objektivträger in Aufnahmestellung, so dass die kleine wendige Karat schnell zu jedem Schnappschuss bereit ist.

Aus einer Schrift für den Photohandel aus dem Jahr 1938:

Frauen für das Photografieren gewinnen

Wissen Sie, wer dafür verantwortlich zu machen ist, daß die Frauen so wenig Photografieren? Die Männer! Es wird den Frauen vielfach noch technisches Verständnis abgesprochen. Männer mit wertvollen Kameras überlassen Frauen einfach nicht den Photoapparat, aus Angst, sie könnten etwas falsch machen. Frauen können eben nicht photografieren! Das ist ein allgemeines Vorurteil der Männerwelt. Warum sagt man den Männern nicht, daß unter den Fachphotografen jeder vierte Berufslichtbildner eine Frau ist? Frauen können sehr gut photografieren. Unter den Berufsphotografen sind sehr viele Spitzenkönner Frauen. Von den 21,6 Millionen Erwerbspersonen sind 5 Millionen Frauen, und von diesen sind etwa 2 Millionen in technischen Diensten tätig. Wer will da noch behaupten, daß Frauen kein technisches Verständnis haben?

Veranstalten Sie einen Photokurs für Ehepaare

Unser Ziel muß sein, daß die Mutti genauso gern und ebensooft photografiert wie der Vati. Wie können wir das erreichen? Laden wir zu den Photovorträgen und Photokursen Herrn Schulze und Frau Gemahlin ein. Bringen wir immer zum Ausdruck, daß uns die Ehefrau ebenso wichtig und willkommen ist wie der Ehemann. Vergessen wir nie, in Werbebriefen auch ein paar einladende und aufmunternde Worte an die Frau des Hauses zu richten. Kein Erwachsener läßt sich gern noch "unterrichten". Man spricht deshalb nicht von Tanzunterricht, sondern von Tanzstunde. Führen wir darum eine Photostunde für Ehepaare ein! Es ist uns durchaus möglich, den Männern das Vorurteil zu nehmen, Frauen seien schlechte Photografen.

Köstlich dieser Versuch mehr Kameras und Filme an den Mann bzw. an die Frau zu bringen, besser gesagt den Umsatz zu steigern. Mit feministischem Bestreben hatte das ja nun gar nichts zu tun, auch wenn nur wenige Jahre später der überwiegende Teil der Werktätigen und damit auch der Lichtbildner aus Frauen bestand. Die Männer waren halt außerhalb des Landes mit der Dezimierung der dort lebenden Werktätigen und Nichtwerktätigen beschäftigt.

Übrigens: meine Oma, Jahrgang 1901, besaß schon 1922 eine eigene Kamera. Sie war werktätig und klapperte mit ihrem eigenen Motorrad die Baustellen ihres Vaters ab, für dessen Zimmerei sie die Bücher führte. Doch eine Emanze war sie deshalb noch lange nicht. Sie hätte mit dem Terminus reineweg gar nichts anfangen können.

 

 

Copyright © Reinhard Krahé