Zur Geschichte der Firma

Edward Ht. Anthony

1842 eröffnete Edward Ht. Anthony, eigentlich gelernter Bauingenieur und gleichzeitig sehr ambitionierter Fotograf seine eigene   Galerie für Daguerreotypien in New York. Er gründete eine Gesellschaft mit einer Reihe von Partnern.

1847 eröffnete er ein eigenes Geschäft ausschließlich für fotografische Artikel. Der Umsatz stieg rasch, und er gab die Galerie auf. In den folgenden Jahren mauserte sich zu einem der größten Händler fotografischer Artikel Amerikas.

Seit 1850 befasste er sich auch mit der Produktion von eigenen Fotomaterialien.

Ab 1852 expandierte das Unternehmen und Edward nahm seinen Bruder Henry T. Anthony als Gesellschafter ins Geschäft. Ein weiterer Partner war Finanzier. Ein paar Jahre später plante er bereits die Produktion von Kameras und baute die ersten Modelle.

1862 wurde der Name des Unternehmens zu E. & H. Anthony verändert um den Beitrag seines Bruders Henry Rechnung zu tragen. Noch immer veranstaltete man nebenher Ausstellungen und handelte mit Fremdfabrikaten.

1870 begann das Unternehmen mit der Fertigung von Kameras.

1902 fusionierte man wieder. Die neue Firma entstand nun als reine Fotofirma für die Produktion von Apparaten und Filmmaterialien aus dem Zusammenschluss der Firma der Brüder Anthony (Anthony & Company) mit Scovill & Adams, einem etwas kleinerem Unternehmen in der gleichen Branche, ebenfalls aus New York.

1907 änderte man den Firmennamen von Anthony & Scovill Company zu ANSCO.

Liest man die Firmenchronologie weiter, dann ist von sehr häufigen Umzügen, Neuerwerbungen und -baute die Rede. Allerdings auch von mindestens drei Bränden, die auch Menschenleben gekostet hatten. Der Umgang mit chemischen Mitteln war ehemals wohl alles andere als ungefährlich. Und entsprechende Schutzmaßnahmen sind in den USA zur damaligen Zeit eher als nicht übertrieben wichtig erachtet worden. Ein weiteres Thema sind patentrechtliche Streitereien und Gerichtsverfahren, insbesondere mit Kodak-Eastman. Daraus ergaben sich etliche Vergleiche und Auflagen, die die Firmenkasse stark belasteten.

Werbung belebt wie überall auch bei Ansco das Geschäft. Deren Anzeigen und Plakate aus der guten alten Zeit sind allerdings eine Augenweide.

Im Laufe der Jahre entstanden bei Ansco so einige Fotoapparate für die unterschiedlichsten Filmformate und Aufgaben. Sie konnten, was Stückzahlen anging, zwar nicht mit denen von Kodak mithalten, fanden aber ihre Liebhaber und einen auskömmlichen Markt.




Oben die Ansco Memo  (nicht zu verwechseln mit der Agfa Memo unten) Die Ansco Memo wurde im Januar 1927 auf den Markt gebracht, nur zwei Jahre nach Einführung der Ernst Leitz Leica I. Sie ist die erste in größerer Serie hergestellte Kamera für den 35mm Cine Film in den USA. 50 Aufnahmen im Halbformat waren möglich. Die Ansco Memo Kamera besaß ein  Gehäuse aus Holz und war mit Kaliko überzogen, ähnlich wie die Plattenkameras ihrer Zeit. Bei den Filmen der 30er Jahre waren die Ergebnisse eher dürftig. Dennoch verkaufte sie sich gut, was an ihrer unkomplizierten Bedienung und dem großen Filmvorrat gelegen haben mochte. Sie war die erste Ansco Kamera, welche die Bezeichnung Memo trug und mit Filmen von AGFA geladen wurde. Später nutzte Ansco und Agfa-Ansco den Namen  Memo  für Kameras mit anderen Bauformen.

memo

Oben die Ansco Memo  (nicht zu verwechseln mit der Agfa Memo unten) Die Ansco Memo wurde im Januar 1927 auf den Markt gebracht, nur zwei Jahre nach Einführung der Ernst Leitz Leica I. Sie ist die erste in größerer Serie hergestellte Kamera für den 35mm Cine Film in den USA. 50 Aufnahmen im Halbformat waren möglich. Die Ansco Memo Kamera besaß ein  Gehäuse aus feinem Holz, spätere Modelle waren mit Kaliko überzogen, ähnlich wie die Plattenkameras ihrer Zeit. Es gab sie sogar waidmannsgrün lackiert als offizielle "Boy Scout Memo Camera" für Pfadfinder. Bei den Filmen der 30er Jahre waren die Ergebnisse eher dürftig. Dennoch verkaufte sie sich gut, was an ihrer unkomplizierten Bedienung und dem großen Filmvorrat gelegen haben mochte. Sie war die erste Ansco Kamera, welche die Bezeichnung Memo trug und mit Filmen von AGFA geladen wurde. Später nutzte Ansco und Agfa-Ansco den Namen  Memo  für Kameras mit anderen Bauformen.
40

Der größte europäische Filmhersteller Agfa fusionierte 1928 in den Vereinigten Staaten mit Ansco zu Agfa-Ansco. Wichtig ist die Entwicklung der frühen, nur kurz genutzten Memo-Film-Kassette für die gleichnamige Kamera. Als Vorläufer der ähnlichen Agfa Karat- bzw. Agfa Rapid-Filmkassetten stellt die Memo-Film-Kassette einen wesentlichen technologischen Zwischenschritt dar. Daraus wurde dann fast zeitgleich auch die Karat-Kassette entwickelt. Die Agfa Memo ist an anderer Stelle bereits beschrieben. Sie orientierte sich an deutschen Kameras was Aufbau, Technik und Form betrifft. Allerdings hatte sie ein eigenes, ja sogar eigenwilliges Transportsystem, welches von ihrer Vorgängerin übernommen wurde. Es gab sie mit Agfa Memar Objektiven mit f/ 3,5; 4,5 und 5,6 Lichtstärke. Ihr Preis betrug unter 20 $.

Ein Produktkatalog aus den späten 30er Jahren zeigt eine Melange von Kameras sowohl aus amerikanischer als auch aus deutscher Agfa Produktion. Man wagte sich sogar an die Herstellung von Filmapparaten. Agfa-Ansco wurde 1941 bei Kriegsausbruch zwischen dem Deutschen Reich und den USA unter amerikanische Verwaltung durch den Zusammenschluss mit General Aniline and Film Corp. (GAF) gestellt. Bald musste die Produktion von Kameras eingestellt werden, in den letzten Kriegsjahren waren wie in anderen Ländern auch eher Sextanten und Zieloptiken gefragt. Die Filmproduktion lief 1942 allerdings wieder auf vollen Touren, wenn auch gleichfalls hauptsächlich für das Militär.

In den ersten Nachkriegsjahren versuchten Ansco und Agfa dann eine Wiederbelebung ihrer Geschäftsbeziehung um gegen den gelben Riesen Kodak Front zu machen. Dazu gehörten u. a. gemeinschaftliche Entwicklungen von Filmmaterialien, die zusammen mit den (besseren) deutschen Kameras auf dem amerikanischen Markt dem ambitionierten Verbraucher schmackhaft gemacht werden sollten. Die ersten Karat Kameras wurden als "Karomat 36" bereits 1949/50 mit der Gravur "Made in U.S. Zone" ausgeliefert.

Parallel dazu stellte Agfa für den amerikanischen Markt noch einige andere Kameras her, bzw. verkaufte eigene Produkte unter einem anderen Namen über Ansco. So die Speedex, Super Speedex, Regent, Kadett (Isolette, Super Isolette, Super Silette, Box etc.)

Für das die NASA Raumfahrprojekte Mercury und Gemini entwickelte Ansco Spezialfilme und -kameras mit denen u. a. John Glenn zig Orbitalaufnahmen von der Erde machte.

Die Firma, die zwischenzeitlich Anitec hieß, ist heute vollständig im Kodak-Konzern integriert.